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Millimeterarbeit für den See
Zeit zum Aufklaren in Behlendorf

Seenaturierung

Im Dezember 2009 ging es los: Eine Woche lang wurden über 200 Tonnen "Bentophos" ausgebracht. Im Unterschied zu Blankensee unter der Wasseroberfläche. Danach soll es dem See deutlich besser gehen.

Mikromillimeterarbeit soll den Behlendorfer See restaurieren, das heißt wieder möglichst weit in seinen Urzustand versetzen. Die Qualität des Wassers wird mit einer bis zu zwei Millimeter dicken Tonmineralschicht erheblich verbessert. Angler, Anwohner, Landwirte, Eigentümer und Behörden sind voller Zuversicht.

See2Das Tonmineral Bentonit ist zusammen mit Lanthan-Ionen in der Lage, Phosphat zu binden (lock Phosphat). Bentonit wird an vielen Stellen der Welt gewonnen, in Bayern, bei Fort Benton Montana (daher der Name) oder in Australien. Die Bestandteile von Bentonit werden seit Jahrzehnten auf Baustellen, in Aquarien oder Koiteichen und zur Kosmetik- oder Lebensmittelherstellung genutzt. Die australische Firma Phoslock benutzt dieses Gewässerverbesserungsverfahren seit Jahren in Australien, Neuseeland, England, USA, etc. In Deutschland gibt es bereits Erfahrung aus drei Maßnahmen unter dem Namen Bentophos (www.bentophos.de), ein Name gebildet aus Bentonit und Phosphat.

Denn Phosphat ist das, um was es geht. Der Behlendorfer See hat zuviel davon. Dabei sind aktuell keine nennenswerten Zuführungen festzustellen. Sozusagen ein Kompliment an unsere Landwirte: Denn Überdüngung ist Vergangenheit. Aber Altlasten, sprich frühere Fehleinschätzungen unserer Vorgänger, führten zu Phosphatmengen am Grund des Sees, wobei zu sagen ist, dass dazu auch das heutige Wissen fehlte. Und dieses Alt-Phosphat bewirkt seit vielen Jahren, dass die Nährstoffe, die Algen und Fische nicht in einem ausgewogenen Verhältnis sind, sondern immer wieder - auch schon vor Jahrzehnten - zu sogar sichtbaren Veränderungen des Wassers führten. Im Winter 2000/2001 färbte die Blaualge das Wasser rot.

Ende 2009 wurde nun das spezielle Bentonit ab einer Wassertiefe von sieben Metern ausgebracht und rieselte von den Wasseroberbereichen langsam auf den Grund des Sees, wo es eine lockere bis zu zwei Millimeter starke Mikromillimeter-Schicht bildet, die nicht nur einmal bei der Ausbringung sondern dann immer weiter das überflüssige Phosphat bindet. Dadurch bleibt die Nährstofffülle des Sees auf ein Normalmaß zurückgeführt. Da der Behlendorfer See keine kleine Pfütze ist, werden hochgerechnet etliche Tonnen Bentophos eingebracht. Allerdings wird so die Alternative zur Bindung des Phosphats, eine so genannte Aluminiumfällung, überflüssig. Bentophos ist zwar erheblich teurer, aber bezahlt wird alles vom Land und der EU.

Durch das Herunterrieseln dieses Bentonit wird der See kurze Zeit trüb, jedoch dann klar und in der Wasserqualität besser, was rundheraus begrüßt wird. Von "Neuer Wohnstube für die Angler" bis "Zurückholen der Steuern an die EU" reichen die Einschätzungen. Und klar sollte auch allen Behlendorfern werden, was geschieht: Am 26. Mai fand endlich eine Einwohnerversammlung statt, um Fakten zu hören und Fragen zu stellen. Leider gab es nicht wie in den Vorjahren eine Einladung in jeden Haushalt, so waren fast mehr Referenten bzw. "Offizielle" da als Bürger.

Denn aufklarungsbedürftig ist der See, und was mit ihm geschieht - und wie es die Menschen in Behlendorf sehen können.

Aktuelles

Die Messungen aus dem Jahr 2010 ergeben eine Verbesserung der Wasserqualität.