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Geschichte

WappenIm Jahr 2009 wird Behlendorf 815 Jahre alt. Bischof Isfried sorgte im zwölften Jahrhundert für die erste urkundliche Erwähnung. Er und andere Personen haben Behlendorf geprägt. Auf diesen Seiten soll die Geschichte dieser Personen in der Verbindung zu Behlendorf erzählt werden. Im Laufe der Zeit werden Isfried, Luther, Napoleon oder Bismarck hier erscheinen. Sie haben das Leben unserer Vorfahren stärker beeinflusst als wir denken.

Nicht verschwiegen sondern Mahnung sollen uns die Kriege sein: Der dreißigjährige Krieg, die Befreiungskriege, der Nordische Krieg oder die Weltkriege haben tiefe Spuren hinterlassen. Im 20. Jahrhundert gab es eine menschenrechtswidrige Art von Sklaverei: Zwangsarbeiter, die unter Adolf Nazi in Behlendorf weilten. Und viele Familienväter aus allen Regionen Deutschlands warteten, hofften und bangten wochen- und monatelang nach 1945 in Behlendorf. Hier war Zwischenstation vom Kriegselend in das Wirtschaftswunder: Oberhalb des Sees lagerten sie als Kriegsgefangene unter Aufsicht britischer Truppen.

UrkundeDie Behlendorfer selbst prägten das Leben des Dorfes im Laufe der Zeit ebenfalls kräftig: Die Dynastie der Schumachers um die Jahrhundertwende 1700 auf dem Gut oder vierzig Jahre Bürgermeister Adolf Martens (ab 1966) sowie der Zuzug des späteren Nobelpreisträgers Günter Grass (1985/86) sind einige markante Punkte.

Das deutsche Burgeninventar weist eine Burg im Mittelalter auf einer Landzunge am Behlendorfer See aus. Überhaupt Gebäude - der Bau unserer Feldsteinkirche (untypisch: andere Kirchen der Zeit tragen einen Heiligennamen St.-Willehad / Maria-Magdalenen-Kirche), die wechselvolle Geschichte des Guts oder des Schusterkatens und anderer Höfe bis zum ‚Ehlershof', der heute das Brinkhuus ist (seit 2006), oder die verschiedenen Mühlen vom Wasser- zum Windantrieb, sie alle sind Zeugnis der verschiedenen Zeiten. Nicht immer von Anfang an in allen Aspekten rühmlich, wie der Bau der Jugendherberge zur Nazizeit; aber nur, wer sich die Geschichte bewusst macht, vermeidet die Wiederholung. So ist die heutige Nutzung als Gemeindehaus am See für die Vereine sinnvoll.

ziegeleiPrägenden Einfluss hat auch Lübeck, die so genannte Königin der Hanse. Ländereien, See und Wald gehören der Hansestadt bzw. der städtischen Stiftung Heilig-Geist-Hospital. Das Verhältnis ist wechselvoll: Im 18. Jahrhundert ist der Hofpächter Amtmann, er vertritt Behlendorfer Interessen in Lübeck und auch ein Förster wird für Bravour und Geschick im Ausgleich der Interessen zwischen dem Rat von Lübeck und den Bürgern auf dem Lande gelobt (ebenfalls im 18. Jahrhundert). Ein Spannungsfeld, das noch heute aufklingt, wenn die Hansestadt die hiesige Forstverwaltung unter "Stadtwald" einsortiert und allenfalls ein städtisch-modern geringes Wegeschlägeln erlauben will, als wäre hier der nächste Knick und die nächste Wiese soweit weg wie in der Lübecker Altstadt.

Wirtschaftliche Aspekte bestimmen viele Abläufe im kleinen Behlendorf an der "alten" und der "nassen" Salzstraße. Zwar ist es (bislang) nicht so weit gekommen wie von einigen befürchtet, dass hier ein Supermarkt, eine Disco und ein Hotel Gewerbesteuer zahlen - sie wurden nicht gebaut - aber einige hängen schon der in diesem Fall guten alten Zeit nach, als es noch einige Gastwirtschaften und Einkaufsläden im Dorf gab, Selbst Bier wurde hier gebraut, allerdings auch schon mal aus berufenem Munde als "zu dünn" beurteilt.


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