Logohead

 

Nobelliteratur: Buch mit Zwiebelseiten

 

Ein großer Lyiker hat den Nobelpreisliteratur 2011 gewonnen, der Schwede Tomas Tranströmer. Die Buchmacher hatten ihn zwar auf dem Zettel, aber nicht als Favoriten. Auch für Günter Grass war er nicht der Favorit, doch die beiden verbindet: das Nachsinnen über die Zwiebel.

 

Literatur und Zwiebel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Ende des Weges seh ich die Macht
und sie ähnelt einer Zwiebel
mit überlappenden Gesichtern
die eins nach dem anderen abgehen

Tomas Tranströmer, veröffentlicht 2005, Nobelpreis 2011

 

 

 

Wenn ihr mit Fragen zugesetzt wird, gleicht die Erinnerung einer Zwiebel, die gehäutet sein möchte, damit freigelegt werden kann, was Buchstab nach Buchstab ablesbar steht: selten eindeutig, oft in Spiegelschrift oder sonstwie verrätselt.

Unter der ersten, noch trocken knisternden Haut findet sich die nächste, die kaum gelöst, feucht eine dritte freigibt, unter der die vierte, fünfte warten und flüstern.

Günter Grass, veröffentlicht 2006, Nobelpreis 1999

 

Nachbar Grass [mehr]

 

Krakelüre Gegenpapst Günter Grass

Das Grassblog [mehr]

 

 

 

Fotos © Andreas Henschel

Foto Tranströmer CC Andrei Romanenko